Inhaltsverzeichnis
BWP-Branchenstudie 2026: Wärmepumpen-Absatz stockt bei 330.000 — GMG-Unsicherheit bremst Potenzial
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) hat seine aktuelle Branchenstudie vorgelegt — und die Zahlen zeigen ein klares Bild: Der Markt erholt sich, aber bleibt deutlich unter seinem Potenzial. Für 2026 rechnet der BWP mit rund 330.000 abgesetzten Wärmepumpen. Möglich wären 403.500 — wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen würden.
Die Zahlen im Überblick
- 330.000 Wärmepumpen prognostizierter Absatz 2026
- 403.500 Geräte wären bei stabilen Rahmenbedingungen möglich
- 73.500 Wärmepumpen gehen durch regulatorische Unsicherheit verloren
- −40 % drohendes Absatzminus bei einem Förderstopp-Szenario
Die Lücke zwischen Prognose und Potenzial hat einen Namen: das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG). Solange der Gesetzentwurf nicht vorliegt, halten sich viele Eigentümer und Installateure zurück.
Warum das Potenzial nicht ausgeschöpft wird
1. GMG-Verzögerung verunsichert den Markt
Das GMG soll das bisherige GEG ablösen und die Heizungsregeln neu ordnen. Der Kabinettsbeschluss wurde mehrfach verschoben — aktuell wird er frühestens nach Ostern erwartet. Diese Hängepartie blockiert Investitionsentscheidungen: Eigentümer warten ab, Handwerksbetriebe planen keine Kapazitäten, und Hersteller fahren die Produktion nicht hoch.
2. Installateure und Planer in der Warteschleife
Viele Fachbetriebe berichten, dass Kunden Projekte auf Eis legen, bis Klarheit über die künftigen Anforderungen besteht. Das betrifft nicht nur den Heizungstausch selbst, sondern auch die vorgelagerte Energieberatung und Förderantragstellung.
Förderstopp-Szenario: Minus 40 Prozent
Besonders alarmierend ist die BWP-Modellrechnung für den Fall eines Förderstopps. Sollten die BEG-Fördermittel für Heizungstausch gekürzt oder ausgesetzt werden, könnte der Absatz um bis zu 40 Prozent einbrechen — auf unter 200.000 Geräte. Ein solches Szenario ist nicht rein hypothetisch: Die Haushaltslage bleibt angespannt, und die BEW-Förderung für Wärmenetze wurde bereits zum 1. April eingestellt.
Was Eigentümer jetzt tun sollten
- Nicht auf das GMG warten — Die aktuellen BEG-Fördersätze gelten weiterhin. Wer jetzt handelt, sichert sich die bestehenden Konditionen.
- iSFP erstellen lassen — Der individuelle Sanierungsfahrplan bringt 5 Prozentpunkte zusätzliche Förderung und bleibt auch unter dem GMG relevant.
- Förderantrag vor Maßnahmenbeginn stellen — Die Bearbeitungszeiten bei BAFA und KfW haben sich durch Digitalisierung verkürzt.
Nächster Schritt
Saniernavigator zeigt Ihnen in wenigen Minuten, welche Wärmepumpe für Ihr Gebäude in Frage kommt — inklusive Förderhöhe und Amortisationsrechnung.
Kostenlos vormerken und informiert bleiben →
Quellen
Fachliche Prüfung
Saniernavigator-Redaktion
Editorial Board
Das Editorial Board verantwortet die fachliche Endprüfung aller Beiträge. Mitglieder werden namentlich auf der Methodik-Seite gelistet, sobald die Onboarding-Phase abgeschlossen ist.
Mehr zur Editorial-Methodik: /methodik
Verwandte Beiträge
BWP korrigiert Wärmepumpen-Prognose 2026 auf 332.500 Einheiten — was sich für Eigentümer und Berater ändert
Der Bundesverband Wärmepumpe hat seine 2026er-Prognose um knapp 19 Prozent nach unten revidiert: 332.500 statt 410.000 Einheiten. Q1 zeigt 48.000 abgesetzte Heizungswärmepumpen in Januar und Februar. Was hinter der Korrektur steht — und warum die Beratungs-Argumentation für die Wärmepumpe trotz der niedrigeren Zahlen stärker wird, nicht schwächer.
BWP hebt Wärmepumpen-Prognose auf 410.000: Warum 2026 zum Durchbruchsjahr werden kann
Der Bundesverband Wärmepumpe meldet 299.000 verkaufte Geräte für 2025 (+55 %) und erwartet im Business-as-Usual-Pfad 410.000 für 2026. Die Zahlen geben Eigentümern und Beratern endlich wieder Planungsgrundlage.
Sanierungsquote auf Rekordtief: Nur 0,67 % — BuVEG-Zahlen zeigen das Ausmaß der Blockade
Der Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle meldet für 2025 gerade einmal 260.000 energetisch sanierte Wohneinheiten — eine Quote von 0,67 %. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung und weit entfernt vom klimapolitischen Zielpfad.
Weiterführende Seiten
Diskussion
Kommentare (0)
Tipp: Klicken Sie auf Kommentieren neben jeder Zwischenüberschrift, um direkt dort zu kommentieren.
Noch keine Kommentare — machen Sie den Anfang.
Allgemeiner Kommentar zum Beitrag