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CO2-Preis steigt weiter: Warum sich Sanierung jetzt finanziell lohnt
Der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe steigt Jahr für Jahr — und macht das Heizen mit Öl und Gas planbar teurer. Seit Januar 2026 bewegt er sich in einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2. Ab 2028 übernimmt der europäische Emissionshandel (EU ETS 2) — mit voraussichtlich noch höheren Preisen.
Die CO2-Preis-Entwicklung im Überblick
| Jahr | CO2-Preis (€/Tonne) | Grundlage |
|---|---|---|
| 2021 | 25 | BEHG Festpreis |
| 2022 | 30 | BEHG Festpreis |
| 2023 | 30 | Anstieg ausgesetzt (Entlastungsmaßnahmen) |
| 2024 | 45 | BEHG Festpreis |
| 2025 | 55 | BEHG Festpreis |
| 2026 | 55–65 | BEHG Preiskorridor (aktuell) |
| ab 2028 | Marktpreis | EU ETS 2 übernimmt — Schätzungen: 80–150 €/t |
Was kostet der CO2-Preis Eigentümer konkret?
Rechenbeispiel: Einfamilienhaus mit Gasheizung
Ein typisches unsaniertes Einfamilienhaus (Baujahr 1975, 150 m², Energieverbrauch 200 kWh/m²) verbraucht rund 30.000 kWh Gas pro Jahr.
| 2024 (45 €/t) | 2026 (55–65 €/t) | 2030 (geschätzt 100 €/t) | |
|---|---|---|---|
| CO2-Kosten/Jahr | 270 € | 330–390 € | 600 € |
| Kumuliert ab 2024 | 270 € | 870–990 € | ~3.000 € |
Diese Kosten kommen auf den regulären Gaspreis oben drauf — und sie werden mit jedem Jahr höher.
Vergleich: Saniertes Gebäude mit Wärmepumpe
Das gleiche Gebäude nach einer energetischen Sanierung (Dämmung + Wärmepumpe, Verbrauch 50 kWh/m²):
- CO2-Kosten: 0 Euro — Wärmepumpen verursachen keine direkten CO2-Emissionen
- Stromkosten: Rund 750–1.000 Euro/Jahr (mit PV-Eigenverbrauch noch weniger)
- Einsparung: 2.000–3.000 Euro/Jahr gegenüber dem unsanierten Zustand (Gas + CO2-Preis)
Warum jedes Jahr Warten Geld kostet
Der CO2-Preis macht Abwarten teuer. Jedes Jahr ohne Sanierung bedeutet:
- Höhere Heizkosten durch steigende CO2-Abgabe
- Entgangene Einsparungen durch fehlende Effizienzmaßnahmen
- Steigender Wertverlust der Immobilie (Brown Discount)
- Risiko steigender Sanierungskosten durch Material- und Fachkräfteengpässe
Der finanzielle Kipppunkt
Für viele Gebäude hat der CO2-Preis den Kipppunkt bereits erreicht oder überschritten: Die Amortisationszeit einer energetischen Sanierung wird durch die CO2-Kosten kürzer — nicht länger. Wer saniert, spart nicht nur Energie, sondern vermeidet auch die jährlich steigende CO2-Abgabe.
Was Eigentümer jetzt tun sollten
- Heizkosten analysieren — Wie hoch ist der CO2-Anteil auf Ihrer Gasrechnung? (Seit 2024 muss er ausgewiesen werden)
- Sanierungsfahrplan erstellen — Ein iSFP zeigt, welche Maßnahmen sich bei steigenden CO2-Kosten am schnellsten rechnen
- Förderung nutzen — BEG-Förderung + vermiedene CO2-Kosten machen viele Maßnahmen schon im ersten Jahr wirtschaftlich
Nächster Schritt
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Quellen
Fachliche Prüfung
Saniernavigator-Redaktion
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