dena-Gebäudereport 2026: Gebäudewende als Wachstumschance — aber 5 Millionen Heizungen sind veraltet
Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat ihren Gebäudereport 2026 veröffentlicht. Die zentrale Botschaft: Die Gebäudewende ist in Bewegung — aber das Tempo reicht bei weitem nicht aus. Während die Nachfrage nach Energieberatung boomt, schlummern Millionen veraltete Heizungsanlagen im Bestand.
Die gute Nachricht: Beratung boomt
163.872 geförderte Energieberatungen wurden im vergangenen Jahr durchgeführt — ein Plus von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das zeigt: Das Interesse an Sanierung wächst, und die staatliche Förderung der Energieberatung wirkt. Immer mehr Eigentümer lassen sich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen, bevor sie investieren.
Was den Boom antreibt
- Steigende Energiekosten und die CO2-Bepreisung machen Sanierung wirtschaftlich attraktiver
- BEG-Förderung senkt die Einstiegshürde — bis zu 80 % der Beratungskosten werden übernommen
- Kommunale Wärmeplanung erzeugt Beratungsbedarf: Eigentümer wollen wissen, was in ihrem Quartier geplant ist
Die schlechte Nachricht: 5 Millionen veraltete Heizungen
Dem Beratungsboom steht ein enormer Sanierungsstau gegenüber. Laut dena-Report sind rund 5 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland älter als 30 Jahre. Das bedeutet:
- Diese Anlagen arbeiten weit unter heutigen Effizienzstandards
- Viele davon müssen in den nächsten Jahren ohnehin ersetzt werden — ein Ausfall ist nur eine Frage der Zeit
- Der Großteil läuft noch mit fossilen Brennstoffen (Öl und Gas)
Wärmepumpenanteil: Erst 4,3 Prozent
Trotz des Wärmepumpen-Booms der letzten Jahre liegt der Anteil im Gesamtbestand bei nur 4,3 Prozent. Das verdeutlicht die Dimension der Aufgabe: Selbst bei jährlich 300.000+ neuen Wärmepumpen dauert die Transformation des Heizungsbestands Jahrzehnte.
Was die Zahlen bedeuten
- Rund 20 Millionen Wohngebäude in Deutschland
- Davon heizen rund 75 Prozent noch mit Gas oder Öl
- Der Wärmepumpenanteil wächst, aber die Basis ist noch sehr klein
- Ohne deutliche Beschleunigung werden die Klimaziele 2030 im Gebäudesektor verfehlt
Was das für Eigentümer bedeutet
Der dena-Report macht deutlich: Wer jetzt saniert, gehört zu den Vorreitern — und profitiert von den aktuell besten Förderbedingungen. Die Nachfrage nach Energieberatern steigt, und Wartezeiten für Beratungstermine nehmen zu.
Drei Handlungsempfehlungen:
- Energieberatung jetzt buchen — die Wartezeiten werden im Laufe des Jahres voraussichtlich steigen
- Heizungsalter prüfen — bei Anlagen über 20 Jahren lohnt sich ein proaktiver Tausch statt einer Notfallreaktion
- Fördermittel sichern — der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten und die aktuelle Heizungsförderung über KfW 458 sind noch verfügbar
Nächster Schritt
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