Solarpflicht bei Dachsanierung: NRW verschärft ab 2026
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Nordrhein-Westfalen eine erweiterte Solarpflicht: Wer sein Dach umfassend saniert, muss eine Photovoltaikanlage installieren. Bisher galt die Pflicht nur für Neubauten — jetzt sind auch Bestandsgebäude bei Dachsanierungen betroffen.
Welche Bundesländer haben eine Solarpflicht?
Die Solarpflicht greift in immer mehr Bundesländern, mit unterschiedlichen Regelungen:
- Baden-Württemberg — Vorreiter seit 2022, gilt für Neubauten und Dachsanierungen
- Nordrhein-Westfalen — ab 2024 für Neubauten, ab 2026 auch bei Dachsanierungen
- Schleswig-Holstein — ab Ende März 2026 für neue Wohngebäude
- Berlin, Hamburg, Niedersachsen — jeweils mit eigenen Regelungen
Was gilt als „umfassende Dachsanierung"?
In NRW greift die Solarpflicht, wenn die Dachhaut vollständig erneuert wird — also bei einer kompletten Neueindeckung. Kleinere Reparaturen oder der Austausch einzelner Ziegel lösen die Pflicht nicht aus. Die genauen Schwellenwerte und Ausnahmen regelt die Landesbauordnung.
Steigende Modulpreise treffen auf neue Pflicht
Die Solarpflicht-Verschärfung fällt in eine Phase steigender PV-Kosten: Seit April 2026 sind Solarmodule durch den Wegfall chinesischer Exportrabatte 10–20 % teurer geworden. Für Eigentümer, die ohnehin sanieren müssen, erhöht das die Gesamtkosten spürbar.
Allerdings bleibt PV wirtschaftlich sinnvoll — die Kombination aus Eigenverbrauch, Einspeisevergütung und Fördermöglichkeiten macht die Investition auch bei höheren Modulpreisen rentabel. Entscheidend ist die optimale Dimensionierung, die bei gestiegenen Preisen noch wichtiger wird.
Mehr zu den Hintergründen der Preisentwicklung lesen Sie in unserem Artikel zum PV-Preisschock.
Förderung nutzen
Auch bei Solarpflicht können Eigentümer Fördermittel in Anspruch nehmen:
- KfW-Förderung für Photovoltaikanlagen bleibt verfügbar
- BEG-Einzelmaßnahmen — die Dachsanierung selbst ist mit 15 % + 5 % iSFP-Bonus förderfähig
- Gesamtpaket — wer PV, Dämmung und Heizung im iSFP kombiniert, maximiert die Förderboni
Was Energieberater jetzt beachten sollten
Die Solarpflicht bei Dachsanierungen schafft automatisch Beratungsbedarf bei jedem Dachprojekt in den betroffenen Bundesländern:
- PV-Dimensionierung als Standard — in jede Dachsanierungsberatung eine PV-Auslegung integrieren
- Wirtschaftlichkeitsberechnung — bei höheren Modulpreisen wird die optimale Anlagengröße zum entscheidenden Faktor
- Kombinationseffekte nutzen — Dach + PV + Speicher + ggf. Wärmepumpe als Gesamtpaket denken
Mit dem DÄMMWERK Simulationstool zur Bedarfsdeckung (Modul E6) lassen sich PV-Erträge und Deckungsgrade exakt berechnen — ein wichtiges Werkzeug, um Eigentümern die Wirtschaftlichkeit trotz gestiegener Preise transparent darzustellen.
Nächster Schritt
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